Finanzamt Minden
Verbesserung der Raumakustik im denkmalgeschützten Sitzungssaal
Der historische Sitzungssaal des Finanzamtes Minden stellte aufgrund seiner denkmalgeschützten Bausubstanz eine besondere Herausforderung an die raumakustische Planung. Mit einer Raumhöhe von rund 6,00 m sowie überwiegend schallharten Oberflächen aus Parkett, verputzten Wänden und großen Fensterflächen wies der Saal eine sehr hohe Nachhallzeit auf. Dadurch wurde die Sprachverständlichkeit bei Sitzungen, Besprechungen und öffentlichen Veranstaltungen deutlich beeinträchtigt.
Die größte Herausforderung bestand darin, dass sowohl die Wände als auch die Decke unter Denkmalschutz stehen. Aus diesem Grund konnten weder Wandabsorber noch Deckensegel zur Verbesserung der Raumakustik eingesetzt werden. Ursprünglich war zusätzlich der Einsatz eines Akustikteppichs vorgesehen. Im Zuge der Sanierung erhielt der Sitzungssaal jedoch einen neuen hochwertigen Parkettboden, sodass auch diese Maßnahme nicht mehr infrage kam.
Gesucht war daher eine Lösung, die die Raumakustik nachhaltig verbessert, ohne Eingriffe in die denkmalgeschützte Bausubstanz oder die hochwertige Innenausstattung vorzunehmen.
Nach einer detaillierten raumakustischen Analyse erarbeitete AKUSTIKKUNST ein individuelles Raumakustikkonzept, das den besonderen Anforderungen des Denkmalschutzes gerecht wird. Zum Einsatz kamen Akustik-Wellenvorhänge der Schallabsorptionsklasse A (αw > 0,90) auf hochwertigen Interstil W3.2-Vorhangschiene. Ergänzend wurden zwischen den Akustikvorhängen hochwertige Blend- und Sonnenschutzvorhänge integriert. Dadurch vereint das System eine hervorragende Schallabsorption mit einem wirksamen Blend- und Sonnenschutz und fügt sich gleichzeitig harmonisch in die historische Architektur des Sitzungssaals ein.
Ein besonderer Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass keinerlei Eingriffe in die denkmalgeschützte Bausubstanz erforderlich waren. Sämtliche Maßnahmen konnten vollständig reversibel ausgeführt werden. Gleichzeitig blieb der neu verlegte Parkettboden unverändert erhalten.
Die Wirksamkeit der Maßnahme wurde durch raumakustische Messungen nachgewiesen. Die Nachhallzeit konnte von 2,88 Sekunden auf 1,43 Sekunden reduziert werden. Dies entspricht einer Verringerung der Nachhallzeit um rund 50 % und führte zu einer deutlich verbesserten Sprachverständlichkeit sowie einem spürbar höheren akustischen Komfort.

Projektdaten
Objekt: Finanzamt Minden – Denkmalgeschützter Sitzungssaal
Herausforderung:
- Raumhöhe ca. 6,00 m
- überwiegend schallharte Oberflächen
- Wände und Decke stehen unter Denkmalschutz
- neuer Parkettboden – Akustikteppich konnte nicht realisiert werden
- keine Montage von Wandabsorbern oder Deckensegeln möglich
Lösung:
- Raumakustische Analyse und Planung
- AKUSTIKKUNST Akustik-Wellenvorhänge der Schallabsorptionsklasse A (αw > 0,90)
- Interstil-Schienen-Garnitur – Sinus.3 W 2-läufig Ø25
- integrierte Blend- und Sonnenschutzvorhänge
- denkmalgerechte und vollständig reversible Ausführung
Messergebnis:
- Nachhallzeit vor der Maßnahme: 2,88 Sekunden
- Nachhallzeit nach der Maßnahme: 1,43 Sekunden
Fazit
Dieses Projekt zeigt, dass sich auch unter den anspruchsvollen Vorgaben des Denkmalschutzes eine deutliche Verbesserung der Raumakustik erzielen lässt. Durch die Kombination aus Akustik-Wellenvorhängen, integriertem Blend- und Sonnenschutz sowie einer sorgfältigen raumakustischen Planung konnte eine Lösung umgesetzt werden, die sowohl funktional als auch gestalterisch überzeugt. Das historische Erscheinungsbild des Sitzungssaals blieb vollständig erhalten, während die Sprachverständlichkeit und der akustische Komfort nachhaltig verbessert wurden.
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